Blaskapelle 2026

Harmonische Klänge und herzliches Miteinander
Probewochenende der Großauer Blasmusik – Frühjahr 2026

Pünktlich um 9.00 Uhr trafen am Samstag 15 begeisterte Musiker in der neuen, hellen und einladenden Probestätte ein. Manche waren sogar schon am Freitag mit ihren Ehefrauen angereist, um das bevorstehende Wochenende in vollen Zügen zu genießen. Die Vorfreude lag spürbar in der Luft.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch den neuen Vorstand Albert Stieger begann die Probe um 10.00 Uhr mit den fröhlichen „Freudenklängen“. Unter dem schwungvollen Dirigat von Sieggi (Siegfried Krempels) widmeten sich die Musiker mit großer Hingabe dem eingängigen Schlager „Blue Night“. Die ersten Töne erfüllten den Raum mit warmer, lebendiger Blasmusik und setzten gleich den perfekten Ton für das gesamte Wochenende.

Albert Stieger begrüßte alle Anwesenden mit warmen Worten. In einer bewegenden Schweigeminute gedachten die Musiker ihres verstorbenen Kameraden Gottfried Engel, der bis zuletzt ein treuer und verlässlicher Musikkamerad gewesen war.

Im Jahresbericht ließ Albert das ereignisreiche Jahr 2025 Revue passieren – mit dem strahlenden Höhepunkt des Großauertreffens in Großau und dem beeindruckenden Auftritt beim Trachtenumzug auf dem Oktoberfest in München. Stolz und Dankbarkeit schwang in jedem Satz mit.

Danach folgte der detaillierte Kassenbericht von Mathias Tonch. Die vorbildliche, jahrzehntelange Kassenführung wurde einstimmig gelobt. Mit bewegten Worten gab Mathias bekannt, dass er die Kasse nach 40 treuen Jahren gerne in jüngere Hände legen möchte. Sein Vorschlag, Christian Patrascu zum neuen Kassenführer zu wählen, wurde mit großer Zustimmung angenommen. Die Musiker sprachen Mathias ein herzliches, langanhaltendes Dankeschön aus – eine Ära voller Zuverlässigkeit und Engagement ging würdevoll zu Ende.

Nachdem das Amt des Vorstandes in etwas jüngeren Händen ist, folgt nun der Kassier. Da Christians Werdegang in der Blaskapelle nicht ganz geradlinig verlief und manche ihn wohl auch nicht kennen, folgt ein kleines Portrait.

Christian ist erst mit 14 Jahren nach Großau gezogen, als Sohn von Anne Hutter aus der Harneschgasse. Erst hat er beim Opa in der Weingasse XII/9 und danach in der Harneschgasse XI/11 gewohnt. Dort hat er auch seine spätere Frau Anni, geborene Drotleff, kennengelernt. Mit 16 fand er dann seinen Weg zur Blaskapelle, wo er mit Unterbrechung durch den Militärdienst bis 1990 musizierte. In Deutschland hat es auch eine Weile gedauert. Seit 6 Jahren zeichnet er sich als verläßliches Mitglied und Multiinstrumentalist an Trompete, Flügelhorn und Tenorhorn aus. Und ich bin mir sicher, daß auch die Kasse bei ihm in guten Händen ist.

Dagmar Baatz („Dagi“), Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Großau, richtete anschließend herzliche Grußworte an die Runde. Sie betonte, wie sehr die Blaskapelle eine treue Begleitung durch Leben und Sterben, durch Freude und Tradition ist. Mit Begeisterung informierte sie über das kommende Großauertreffen am 10.Oktober bei Augsburg: eine festliche Andacht im Saal, ein buntes Kulturprogramm mit Kindern und ein stimmungsvoller Ball mit Traunsound – Termine, auf die sich alle schon jetzt freuen.

Unter „Wünsche und Anträge“ dankte Hermann Grennerth den Musikern für den gelungenen Auftritt in Großau unter teilweise schwierigen Bedingungen und richtete ein besonderes Lob an Sieggi für seine tatkräftige Unterstützung am Dirigentenpult.

Nach einem köstlichen Mittagessen mit herzhaften Speisen und edlen Tropfen – darunter fruchtiger Landler und feiner Sachsenwein, gespendet von Dagi – ging die Probe um 13.30 Uhr mit neuer Energie weiter. „Blue Night“ wurde verfeinert, bis die Töne rund und mitreißend klangen. Kaffeepausen mit selbstgebackenem Kuchen der fleißigen Frauen und ein gemütliches Abendessen sorgten für willkommene Erholung. Die Probe fand ihren harmonischen Abschluss um 21.30 Uhr. Vor dem Zubettgehen wurde bei einem letzten Glas Wein noch so manche heitere Geschichte aus vergangenen Zeiten erzählt.

Am Sonntagmorgen fanden sich die meisten Musiker nach einer erholsamen Nacht pünktlich zum gemeinsamen Frühstück ein. Von 9.30 bis 11.30 Uhr rundete eine etwas dezimierte, aber hochmotivierte Mannschaft von 12 Musikern das Probewochenende musikalisch ab.

Zum Abschluss sprach Albert seinen herzlichen Dank aus – an Hermann und Sieggi für das engagierte Dirigat, an alle Musiker für das mitreißende Mitmachen und an die gesamte Runde für das wunderbare, freundschaftliche Beisammensein. Den krönenden Schlusspunkt bildete wiederum ein gemeinsames Mittagessen, begleitet von herzlichen Abschiedsworten und der Vorfreude auf das nächste Treffen.

Das Wochenende war mehr als nur eine Probe – es war ein lebendiges Fest der Tradition, der Kameradschaft und der Freude an der Blasmusik. Mit dem stolzen roten Vereinsbanner, den glänzenden Instrumenten, den Notenständern und den vielen lachenden Gesichtern im Gepäck kehrten die Musiker gestärkt und voller schöner Erinnerungen nach Hause zurück.

Um davon noch lange Jahre zu profitieren und angesichts der aus Altersgründen schrumpfenden Kapelle, möchte ich hiermit einen Aufruf starten, an alle ehemaligen Musiker oder deren Nachkommen, mit Bezug zu Großau und Siebenbürgen. Packt eure Instrumente, macht Werbung für uns, nehmt Kontakt mit uns auf. Wir wollen das Feuer das in uns steckt weiter tragen, die Gemeinschaft pflegen und Spaß an der Blasmusik haben.

Großauer Blasmusik – seit 1842 ein Stück lebendiger Heimat.